Wenn Roboter Ballett tanzen, Karosserien rhythmisch schaukeln und Purzelbäume absolvieren, dann werden im Werk Ludwigsfelde Mercedes-Benz Sprinter und VW Crafter gebaut.Bedächtig schwenkt der Sprinter auf einem Gestell seine Nase ein paar Mal nach oben und nach unten, bis jeweils 45 Grad Neigung. Rotlicht bestrahlt ihn sanft, als hätte er eine Erkältung. Doch das warme Licht soll keinen Schnupfen lösen, es hält das Wachs der Hohlraumversiegelung flüssig, das dem Transporter zuvor intravenös mit Lanzen eingeflößt worden war. Die langsamen Schaukelbewegungen stellen sicher, dass die schützende Masse in die kleinste Ecke vordringt.
Das Sprinter-Werk in Ludwigsfelde bei Berlin trumpft mit ungewöhnlichen Verfahren auf. Hier werden alle Fahrgestelle des Mercedes-Benz Sprinter und seines Abkömmlings VW Crafter gebaut, Fachleute sprechen von offenen Baumustern. Die Keimzelle des Werks hat Tradition, doch erst seit 20 Jahren gehört es wieder zu Daimler (siehe Kasten). Seine Bestimmung hat es vor wenigen Jahren gefunden, entsprechend modern sind die Brandenburger eingerichtet.
Zu den außergewöhnlichen Fertigungstechniken zählt auch das RoDip-Verfahren in der Lackierungs-Vorbehandlung. Hier taucht der Transporter kopfüber ins Bad der kataphoretischen Tauchlackierung ein und beschreibt in Zeitlupe einen Purzelbaum in der riesigen Badewanne. Auch dies gewährleistet Rundum-Korrosionsschutz bis in die kleinste Karosseriefalte.
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