Fahrbericht
Actros SLT 4165 8x4/4 Schwerlastzugmaschine
Kraft mit Feingefühl. Die neue Actros-Schwerlastzugmaschine SLT setzt auf die Kraftübertragung der neuen Voith-Viab-Kupplung. Die neue Kombination von Turbokupplung und automatisierter Powershift-Schaltung
bietet handfeste Vorteile.
Bei Schwertransportern mit Gesamtzuglasten bis 250 t ist die reine Motorkraft oft nicht das einzig entscheidende Kriterium. Die Gangwahl und das Kuppeln zwischen den einzelnen Fahrstufen werden selbst bei geringen Steigungen zur entscheidenden Frage zwischen Stillstand oder Weiterfahrt. Denn zwischen den Urgewalten eines leistungs- und drehmomentstarken Dieseltriebwerks und den Antriebsrädern sitzen Kupplung und Getriebe, die die Antriebskraft wohldosiert weiterverteilen. Wandlerschaltkupplungen (WSK) waren jenseits von 60 t Gesamtzuggewicht das Maß der Dinge, um das Antriebsmoment, hydraulisch überhöht, über Ölturbinenräder und eine nachgeschaltete Trockenkupplung entsprechend verschleißarm weitergeben zu können. Rauchende Kupplungsbeläge lassen sich damit vermeiden.
Mit der hydraulischen Kraftübertragung in der WSK versiegt freilich auch jede Menge Vortriebsleistung im Ölstrudel der Hydraulik. Außerdem war der Einsatz von automatisierten Schaltungen mit dieser Kupplungstechnik tabu. In der praktischen Konsequenz heißt das an starken Steigungen oft: auf keinen Fall eine Zugkraftunterbrechung, sonst steht die Fuhre. Die Devise lautete, wenn auch oft zeit- und nervenzehrend: weiterfahren im gleichen Gang, bis die Hürde halbwegs genommen scheint.
Wesentliche Erleichterung bei solch schweren Aufgaben verspricht die neue Voith-Viab-Kupplung (verschleißfreies, integriertes Anfahr- und Bremselement), die im aktuellen Actros SLT zum Einsatz kommt. Mit dem Einsatz der neuen Kupplungstechnik lässt sich die Sisyphus-Arbeit an Steigungen deutlich optimieren. Hier übernimmt eine hydrodynamische Turbokupplung den heiklen Part des Anfahrens, den eine klassische Reibkupplung mit schwerer Last am Haken nur kurz überleben würde. Die Turbokupplung regelt die Kraftweiterleitung über den hydraulischen Füllungsgrad zwischen Pumpen- und Turbinenrad. Das bedeutet eine gleichmäßiges Anfahrmoment, bis sich die beiden Ölschaufelräder mit annähernd gleicher Drehzahl bewegen.
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